Das Musée Lorrain wurde Mitte des 19. Jahrhunderts gegründet und befindet sich im ehemaligen Palast der lothringischen Herzöge (Palais Ducal). In seinen Ausstellungen wird das Bestreben deutlich, die wichtigsten Werke der Kultur- und Kunstgeschichte Lothringens zu versammeln. Im archäologischen Teil werden Informationen von der Vorgeschichte bis zur Zeit der Merowinger vermittelt. Der älteste Teil des Palais Ducal (16. Jahrhunderts) beherbergt Skulpturen aus dem Mittelalter und der Renaissance sowie einen berühmten Gobelinzyklus mit dem Titel "La condamnation de Banquet". Die Wechselfälle der lothringischen Geschichte im 17. Jahrhundert werden durch Kupfer- und Stahlstiche von Callot veranschaulicht, während Gemälde von Georges de La Tour, Déruet, Bellange und Mellin ein intensives künstlerisches Schaffen zeigen. Steingut, Terrakotta, Glaswaren und Möbel geben Zeugnis über das Kunstgewerbe des 18. Jahrhunderts, in der Zeit vor der Angliederung Lothringens an Frankreich. In den Sektionen des 19. und 20. Jahrhunderts liegt der Schwerpunkt auf den Kriegen und berühmten lothringischen Persönlichkeiten: Abbé Grégoire, Maurice Barrés u.v.a. Erwähnenswert sind außerdem noch die Räume, die der Wissenschaftsgeschichte, der lothringischen Miniaturenschule und der jüdischen Religion gewidmet sind. Das im ehemaligen Franziskanerkloster untergebrachte Museum für Volkskunst und Brauchtum (Musée des Arts et Traditions Populaires) zeigt das Leben in Lothringen im 18. und 19. Jahrhundert und verfügt auch über einige originalgetreue Nachbauten. Die Franziskanerkirche neben dem Kloster beherbergt einige berühmte Werke, darunter die Grabstätte René II. mit Baldachin. Die runde Kapelle neben dem Chor, in der die Herzöge von Lothringen bestattet sind, erinnert in ihrer Architektur an die Kapelle der Medici in Florenz.
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