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Ein Besuch in der Büchersprechstunde des Gutenberg-Museums


02.05.2017
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In der Büchersprechstunde erfahren sie, ob das Buch, das die Großmutter während des Krieges im Garten vergraben hat, auf einem Flohmarkt-Büchertisch gefunden oder vom Onkel vererbt wurde, wirklich ein Schatz ist. Zwar macht Cornelia Schneider keine Wertangaben, aber sie gibt Tipps, wie man herausfindet, ob das Buch ein gesuchtes Sammlerstück oder leider doch nur unbedeutende Massenware ist. Denn auch die gab es schon früher, deshalb ist das Alter nicht unbedingt entscheidend, sondern der Zustand des Buches: bröseln die Seiten beim Blättern auseinander, gibt es Schimmelspuren, fehlt der Einband? Ob ein Buch die Zeit gut überstanden hat, hängt neben der Lagerung häufig auch von der Produktionsform ab. Viele Besucher, die in die Sprechstunde kommen, wollen ihre Bücher verkaufen. Ob es eine Nachfrage auf dem Buchmarkt gibt, hängt von ganz unterschiedlichen Faktoren ab. Heute ist es viel schwieriger als noch vor einigen Jahren, Käufer zu finden. Und dennoch gibt es Bücher, die heute noch gefragte Sammlerobjekte sind. Alte Bücher können auch zu Besonderheiten werden, wenn sie schöne Illustrationen haben, typografisch ungewöhnlich sind oder mit einem besonderen Druckverfahren hergestellt wurden. Zu den ungewöhnlichsten Büchern, die auf dem Schreibtisch von Dr. Cornelia Schneider gelandet sind, zählt ein Zauberbuch aus dem 18. Jahrhundert, das von einem professionellen Zauberer geschrieben wurde, der dem Leser darin seine Zaubertricks verrät. Ein positiver Nebeneffekt der Büchersprechstunde ist, dass nicht selten auch interessante Bücher für das Gutenberg-Museum darunter sind. Zu solchen Schätzen gehört eine Luther-Bibel der Druckerei Endter aus Nürnberg, die über zwei Jahrhunderte großformatige Familienbibeln druckte. "Das Buch ist nicht nur typisch für die Druckgeschichte, sondern auch ein sehr schöner Band. Außerdem ist er in einem recht guten Zustand", so Cornelia Schneider. Bücher sind Zeugnisse ihrer Zeit, sie zeigen, wie Menschen gelebt haben und was ihnen wichtig war. Damit sind sie ?- neben ihrem materiellen Wert ?- auch kulturhistorisch bedeutend, wie etwa ein Konfirmationsbuch aus dem Nachkriegsjahr 1946. "Das Buch wurde von der Schenkerin selbst geschrieben und gestaltet. Das ist für uns natürlich kulturhistorisch sehr interessant", erläutert die Kuratorin. Solche sich von der Masse abhebenden Bücher zu entdecken, macht besonderen Spaß.
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